Vortrag zum Thema Mehrsprachigkeit

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Fremdsprachenerwerb von Professor Kay González Vilbazo am Pädagogischen Tag

Das Kollegium aller 3 Abteilungen begrüßte am Pädagogischen Tag Prof. Kay González Vilbazo, um verstärkt für das Thema Mehrsprachigkeit und Fremdsprachenerwerb sensibilisiert zu werden, da über 90% unserer Schülerinnen und Schüler spanische Muttersprachler sind.

Herr Kay González Vilbazo war bis vor Kurzem Professor an der University of Illinois / Bilingualism Research Laboratory in Chicago, wo er viele Studien zu diesem Thema durchgeführt bzw. geleitet hat. Er ging früher selbst auf die Deutsche Schule in Barcelona. Heute lebt er mit seiner Familie auf Teneriffa, seine 8-jährige Tochter geht dort auf die Deutsche Schule.

Nach einer kurzen theoretischen Einführung zum Aufbau und Erlernen der Sprache, erfolgten aus der Sicht des Sprachwissenschaftlers interessante, später kontrovers diskutierte Ansätze bzw. Studien zum Thema Mehrsprachigkeit und das Erlernen von einer oder mehrerer Fremdsprachen.

So haben z.B. Studien gezeigt, dass zum Erlernen einer Fremdsprache am Tag 25% „input“ in deutscher Sprache sowie möglichst viele Variationen, d.h. unterschiedliche Lehrer, nötig sind.

Als Konsequenz folgt daraus die Wichtigkeit, an unserer Deutschen Schule nicht nur im Unterricht, sondern auch in den Pausen – am besten mit Betreten unseres Schulgeländes – auf Deutsch zu kommunizieren.  Aber auch Eltern sollten dies über den Schulalltag hinaus fördern, z.B. durch Gespräche in Deutsch zu Hause oder durch Besuche in Deutschland. Dadurch fördern wir gemeinsam den „output“ der Sprache, in dem wir viele Gelegenheiten des Sprechens und Zuhörens anbieten.

Zusätzlich ist es, laut Prof. Kay Gonzales Vilbazo, auch einfacher auf die gesprochenen Inhalte zu reagieren, also im Zusammenhang Verbesserungen der Sprache vorzunehmen. Das Erlernen einer Fremdsprache nach reiner Grammatik ist weniger nachhaltig, wie Studien ergeben haben.

Deutsche Auslandsschulen, wie unsere DSB, bieten im Bereich Mehrsprachigkeit / Fremdsprachenerwerb eine sehr gute Ausgangssituation:

a) Sprachimmersion

  • Sprachniveau der Schüler ist meist gut, auch wenn es stark variieren kann
  • unsere Schüler erreichen mit dem Abitur ein Niveau, an deutschen Universitäten zu studieren

b) Kulturimmersion

  • Traditionen wir Advent, Sankt Martin, Ostern etc. werden an der Schule „gelebt“
  • kulturelle Eigenschaften den Schülern nahegebracht: Frühstück, Kaffee und Kuchen, Pünktlichkeit

c) Schulkultur

  • die Methodik des „Lernen lernens“ steht im Vordergrund im Unterschied zum reinen auswendig lernen
  • Fähigkeiten wie Selbstständigkeit, Kreativität, Kritik etc. werden gefördert und von den Schülern gefordert.