Förderkonzept des Gymnasiums der Deutschen Schule Bilbao

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  1. Einleitung
  2. Förderbedarf
  3. Fördermaßnahmen
    • 3.1. Im Unterricht
    • 3.2. Individuell
    • 3.3. Außerunterrichtlich
      • 3.3.1. Förderstunden in Deutsch, Mathematik
      • 3.3.2. Förderunterricht Spanisch als Fremdsprache
    • 3.4.  Außerunterrichtlich

1. Einleitung

Das  gestufte Förderkonzept der DSB hat alle Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums von Klasse 5 bis 12 als Zielgruppe. Förderung findet im  Unterricht auf der Basis von formativem Feedback und unter Einsatz binnendifferenzierender Methoden statt. Zusätzlicher Förderbedarf wird durch geeignete Diagnose ermittelt. Daraus resultierende gezielte Fördermaßnahmen sind zeitlich begrenzt und beinhalten Maßnahmen zum eigenverantwortlichen Lernen und darüber hinaus in den Fächern Deutsch und Mathematik zusätzlichen Förderunterricht in den Jahrgangstufen 5,6, 9 und 10.

2. Ermittlung des Förderbedarfs für die folgenden vier Fördermaßnahmen

  • Im Unterricht evaluieren die Schüler/Innen nach geeigneten Unterrichtseinheiten zunächst selbst ihre erworbenen Kenntnisse. Anschließend erhalten sie durch Klassenarbeiten in jeder Jahrgangsstufe und in besonderen Schwellenstufen durch spezielle Diagnosebögen eine Rückmeldung durch den Fachlehrer. Der  Einsatz dieser Deskriptorenbögen (bzw. Vergleichsarbeiten in M) wird wie folgt umgesetzt:
    • Deutsch in Jahrgangsstufe 5, 6, 9, 10 jeweils in der ersten und letzten Klassenarbeit
    • Englisch in Jahrgangsstufe 6, 9 im Verlauf des Schuljahres entsprechend der zugrunde liegenden Kompetenzen
    • Mathematik  in Jahrgangsstufe 6, 8 am Ende des Schuljahres
  • Auf dieser Grundlage werden anschließend den Schüler/innen individuelle Materialien zur Verbesserung angeboten.

3. Fördermaßnahmen

3.1. Im Unterricht

Auf der Grundlage der oben genannten Diagnose werden die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten und Begabungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler durch die Fachlehrkräfte im Unterricht mit Hilfe binnendifferenzierter Methoden aufgefangen.

3.2. Individuell

Die durch die oben genannten Diagnoseinstrumente ermittelten Schwächen einzelner Schüler/Innen werden mit passendem Übungsmaterial verknüpft. In der Webschule unserer Schule befindet sich ein kategorisiertes Übungsangebot, d.h. Schüler können mithilfe der Deskriptoren entsprechende Übungen aufrufen und diese selbständig bearbeiten. Bei Bedarf geben die Fachlehrer zusätzliches Übungsmaterial an die Schüler weiter. Während in Klasse 6 die Fachlehrer diese individuelle Förderung noch stärker koordinieren, stehen sie in Klasse 9 als Ansprechpartner bei Schwierigkeiten zur Verfügung.

Der Lernstand wird regelmäßig überprüft. Bei fehlender Verbesserung werden weiterführende Maßnahmen in Absprache mit dem Schüler, dem Klassenleiter und den Eltern überlegt. (Siehe Punkt 3.3., 3.4.)

3.3. Außerunterrichtlich

3.3.1. Förderstunden in Deutsch und Mathematik

Förderstunden in den Hauptfächern Deutsch und Mathematik werden wie folgt von der DSB eingerichtet:

  • Deutsch: Jahrgangsstufen 5 bis 10: jeweils einstündig je Klasse mit maximaler Gruppengröße von 7 Schülern, d.h. die Schüler haben 1 Stunde Förderunterricht pro Woche. Pro Jahrgangsstufe stehen 2 Förderstunden zur Verfügung.
  • Mathematik: Jahrgangsstufen 5 bis 10: jeweils einstündig für jede Jahrgangsstufe mit maximaler Gruppengröße von 7 Schülern, d.h. die Schüler haben 1 Stunde Förderunterricht pro Woche. Pro Jahrgangsstufe steht eine Förderstunde zur Verfügung.

Die Förderstunden finden zusätzlich zum regulären Unterricht statt. Prinzipiell werden die Schüler nur in einem Fach gefördert, um eine schnelle Verbesserung der Problemfelder zu gewährleisten.

a) Durchführung:

Die Förderstunden sind (in der Regel) von einem der Fachlehrer, die die Jahrgangsstufe unterrichten, zu halten und sind Teil seines Deputats. In diesen Stunden sollen schwächere Schüler während eines Schuljahres eine besondere Förderung erhalten.

Das Schuljahr wird in 3 Förderperioden gegliedert: September bis Dezember, Januar bis März, April bis Juni.

Am Ende einer jeden Förderperiode wird durch entsprechende Evaluation des Förderlehrers und im Austausch mit dem unterrichtenden Fachlehrer der Entwicklungsstand der Förderschüler festgestellt. Zu diesem Termin können in Ausnahmefällen Schüler, die keinen Förderbedarf mehr haben, die Gruppe verlassen und gleichzeitig neu identifizierte Schüler mit Förderbedarf zur Gruppe hinzukommen.

b) Diagnose der Förderschüler

Auf der Grundlage der letzten Klassenarbeit und der Leistungen im Fachunterricht werden Anfang Juni die Schüler mit Förderbedarf für das kommende Schuljahr identifiziert.

Die Entscheidung trifft der Fachlehrer nach fachlichen und pädagogischen Kriterien (Klassenarbeiten, Diagnoseinstrumente, etc). Diese Information wird auf der Notenkonferenz mitgeteilt. Bei Schülern mit Förderbedarf in beiden Fächern treffen die Fachlehrer zusammen eine einvernehmliche pädagogische Entscheidung. Die Teilnehmerliste für beide Fächer wird an die Sekundarstufenleiterin weitergeleitet, um anschließend die Eltern über die Teilnahme ihres Kindes zu informieren. (s.A. Teilnehmerliste, Elternbrief)

In der ersten Fachkonferenz des Schuljahres in den jeweiligen Fächern ist der Förderbedarf Tagesordnungspunkt.

Zu Beginn des Förderzyklus im September, diagnostiziert und überprüft der Fachlehrer den vor den Ferien festgestellten Förderbedarf noch einmal.

c) Information der Eltern

Die Eltern werden von der Sekundarstufenleiterin über die Teilnahme ihres Kindes am Förderunterricht informiert. (s.A. Elternbrief)

Nach Ablauf der einzelnen Förderperioden werden die Eltern über das Engagement und den Fortschritt ihrer Kinder vom Förderlehrer informiert.

Die Beendigung des Förderunterrichts wird ihnen ebenfalls schriftlich vom Förder- und Fachlehrer mitgeteilt. (s.A. Kopie des Kursbuchs)

d) Teilnahme am Förderunterricht

Die Teilnahme am Förderunterricht ist Pflicht.

e) Inhalte der Förderstunden

Der Förderunterricht muss eine individuelle Förderung entsprechend der diagnostizierten Problemfelder der einzelnen Schüler gewährleisten. Hierbei sollte auf behandelte Unterrichtsinhalte, sowie die Nachbereitung und Vorbereitung von Klassenarbeiten eingegangen werden. Hilfestellungen zu gestellten Hausaufgaben sind in den Förderstunden möglich, deren Erledigung soll jedoch nicht Gegenstand dieses Unterrichts sein. Für einen ausreichenden Fundus an Fördermaterial sind die Fachschaften zuständig.

f) Informationsaustausch Förderlehrer – Fachlehrer

In regelmäßigen Abständen, zu Beginn bzw. am Ende der drei Förderzyklen tauschen sich Förder- und Fachlehrer über die Förderschwerpunkte der einzelnen Schüler aus. Hierzu dient das Kursbuch zur individuellen Förderung (s.A. Kursbuch). Die Dokumentationsbögen werden in einem Ordner „Individuelle Förderung“ abgelegt. Der Ordner befindet sich bei der Sekundarstufenleiterin.

3.3.2. Förderunterricht Spanisch als Fremdsprache

Abteilung der Spanischen Sprache und Literatur
Das SpaF Konzept der DSB
Einleitung

Aufgrund der speziellen Eigenschaften unserer Schule wird versucht, die individuellen erzieherischen und ausbildungsspezifischen Bedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen. Wir beziehen uns hauptsächlich auf die Bedürfnisse ausländischer Schüler, welche an unsere Schule ohne oder mit nur unzureichenden Spanischkenntnissen kommen.

Die erhaltenen Daten der Eingangsbewertung jeden Schülers, dienen als erster Bezugspunkt  um unsere Methodik  so weit wie möglich anzupassen und um die von uns als am ehesten für den uns gegenüber sitzenden Schüler geeigneten Materialien und Ressourcen auszuwählen. Diese Eingangsbeobachtung ist während des ganzen Schuljahres durch weitere Kriterien zu ergänzen und zu komplettieren um die Ausgangssituation zu aktualisieren.

Die Vielfalt der Schülerschaft bezieht sich auf die Schüler, die aufgrund der einen oder anderen Spezifik einen speziellen Unterrichtstyp benötigen, wobei hier soziokulturelle Gründe beachtet werden. Im Fach “Spanische Sprache und Literatur” zum Beispiel trifft man auf Schüler, welche ohne Spanischkenntnisse aus Deutschland an die Schule kommen. Unsere Schule setzt sich zum Ziel, sich um diese Schüler zu kümmern, um diese so schnell wie möglich in die Klasse zu integrieren.

Das Vorgehen, welches bei diesem Typ Schüler angezeigt ist, wird durch die Prinzipien der Standardisierung, Integration und schulische Eingliederung, Ausgleich und positive Diskriminierung, Befähigung und Interkulturalität bestimmt. Dieses Vorgehen wird umgesetzt durch individuelle pädagogische Betreuung seitens der Schule als auch durch die Mitwirkung der legalen Repräsentanten des Schülers und natürlich des Schülers selbst. Dieser ganze Prozess wird von der Abteilung Spanische Sprache und Literatur  koordiniert.

Ist die Eingangssituation erkannt und analysiert, werden anschließend erzieherische Maßnahmen angesetzt um auf die vielfältigen Interessen und Kapazitäten der Schüler einzugehen.

Bei den Schülern, welche bereits einige Spanischkenntnisse haben und bei denen man davon ausgehen kann, dass sie die Mindestanforderungen erreichen könnten, wird eine unbedeutende Lehrplananpassung durchgeführt werden (sie können die Zielsetzung mittels einer standardisierten Lehrplanweiterentwicklung erreichen). Zuerst wird die Methodik der Klasse angepasst: Alle Inhalte des Schuljahres werden rückläufig mit verschiedenen Lernstufen behandelt, so dass die Unterrichtseinheiten die verschiedenen Schwierigkeitsgrade berücksichtigen. Für jede Unterrichtseinheit gibt es Übungen zur Festigung und Förderung für diejenigen, welche nicht in der Lage sind dem Lerntempo der restlichen Lerngruppe zu folgen. Zudem ist die reale Unterrichtssituation der geeignete Ort um effizient und bestmöglichst auf die Vielfalt der Bedürfnisse der Schüler einzugehen. Schlussendlich würde eine Auswahl angemessener und abwechslungsreicher Materialien und Ressourcen erfolgen. Um den Motivationen der unterschiedlichen Schüler gerecht zu werden werden wir verschiedene Übungsformen ansetzen.

Das SpaF-Konzept an der Deutschen Schule Bilbao

Die Schüler, welche in der 2. bis 9. Klasse ohne Spanischkenntnisse oder mit nur wenigen an die Schule kommen, haben eine Anpassungsphase von vier Jahren bis zur Intergration in die Gruppe der anderen Schüler im fünften Jahr. Die erste Klasse wird als Integrationsjahr angesehen, da sich alle Kinder in einem Schreib-  und Leselernprozess befinden. Davon abgesehen, erhalten alle in ihrem zweiten SpaF-Jahr (Klasse 3) eine Orientierungsnote.

Die Schüler, welche in Klasse 10 an die Schule kommen, haben eine etwas verkürzte Einführungsphase (3 Jahre). Nach den Regeln der Reifeprüfung müssen sie eine an ihre Umstände (3 Jahre Spanisch) angepasste mündliche Prüfung ablegen.

Intergrationsphase I (die ersten beiden Jahre an der Schule)

In der ersten Phase (die ersten beiden Schuljahre) überprüfen die Spansichlehrer individuell das Lernen des Schülers. Während der ersten beiden Jahre, liegt die Verantwortung des Spansichlernens bei den Eltern. Die Schule arbeitet eng mit ihnen zusammen und bietet zwei Nachhilfestunden an. Die Eltern oder die Lehrer müssen diese beiden Stunden um weitere zwei ergänzen um auf vier zu kommen. Die Eltern können die Nachhilfelehrer frei wählen. Die Spanisch-Abteilung der Schule ist bereit den benannten Lehrern die notwendigen Informationen zukommen zu lassen. Während dieser Phase erhalten die Schüler keine Note.

Integrationsphase II (3. und 4. Jahr)

Bei den Schülern erfolgt eine spezielle Anpassung an die Umstände. Sie sind integriert jedoch auf einem anderen Status als der Rest der Mitschüler. Während dieser Phase erhalten sie eine Note in Spanisch sowie in den anderen in dieser Sprache unterrichteten Fächern. Die Note ist für das Bestehen des Schuljahres relevant.

Ab dem 5. Jahr müssen sie vollständig integriert sein und dem regulären Unterricht folgen. Sie erhalten im Fach Spanisch sowie in den anderen in Spanisch unterrichteten Fächern eine Note, welche für das Bestehen des Schuljahres relevant ist. Davon abgesehen, wird nach wie vor berücksichtigt, dass Spanisch nicht ihre Muttersprache ist.

Alle Anforderungen und Bedingungen dieser Phase gehen aus der von allen deutschen Schulen in Spanien getroffenen Vereinbarung, über die vom Cervantes Institut entwickelten Grundlagen des europäischen Referenzramens, hervor.

Entsprechend des benannten Ramens existieren drei Niveaus:

  • Anfänger:  A1 und A2
  • Intermediäre: B1 und B2
  • Fortgeschrittene: C1 und C2

Für jedes Niveau wurden die unterschiedlichen Kompetenzen (unterhalten, hören, lesen, sprechen und schreiben) beschrieben und definiert.

3.4. Außerschulische Fördermaßnahmen

Die außerschulische Begegnung mit der deutschen Sprache unterstützt die sprachliche Entwicklung unserer Schüler.

In Beratungsgesprächen an den Elternsprechtagen und im Verlauf des Schuljahres werden die Eltern über Möglichkeiten außerunterrichtlicher Begegnung mit der deutschen Sprache informiert.

Zum einen besteht in der Schulbibliothek ein sehr umfangreiches Angebot an deutschsprachiger Literatur und deutschsprachigen Filmen. Neuanschaffungen der Bibliothek werden in der Regel durch Bestellwünsche der Fachschaft Deutsch ergänzt und somit der Bestand kontinuierlich erweitert. Neben Literatur und Filmen bietet die Bibliothek eine große Anzahl an (deutschsprachigen) Spielen. Die Schüler werden durch ihre Deutschlehrer mit dem Angebot vertraut gemacht und motiviert dieses zu nutzen.

Zum anderen werden die Schüler und ihre Eltern von der Sekundarstufenleiterin über längere Aufenthalte in Deutschland oder mögliche private Schulaustauschprojekte – vornehmlich in Klasse 10 – informiert.